AMERICAN SOLUTIONS
Obamas 30-minütiges Infomercial lief gestern gleich auf vier grossen US TV-Sendern.
Obama wirkt wie immer pathetisch und sympathisch zugleich und vermittelt sehr klar seine Ziele als 44. Präsident der USA. Wenn er diese Ziele tatsächlich alle umsetzt – was ich ihm zutraue – dann hat Amerika wieder eine Zukunft.
Überhaupt ist Obama in diesen tristen Herbsttagen, in denen wir das katastrophale Ende einer Wirtschaftsepoche erleben, zum zentralen Hoffnungsträger avanciert. Weltweit, nicht nur in Amerika.
Den Europäern, die auf den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf gleichgültig reagieren und bei jeder Gelegenheit wiederholen: “Mir doch egal wer neuer Ami-Präsident wird, ändert sowieso nichts, die sind sowieso alle gleich… bla bla bla”, empfehle ich dringend, sich ein wenig mehr mit Barack Obama auseinanderzusetzen. Seine Biografie, sein Denken, seine Ziele und seine Entscheidungen werden unser aller Leben in den nächsten Jahren wesentlich beeinflussen. Und wir können uns glücklich schätzen, dass das so ist. Dass der amerikanische Präsident wirkliche Macht ausüben kann, durften wir ja in den letzten acht Jahren schmerzlich erfahren.
Obama ist für mich das erste Mosaiksteinchen einer besseren Zukunft. Es ist Zeit ihn besser kennen zu lernen. Ich gehe mit gutem Beispiel voran und lese schon mal sein zweites Buch: The Audacity Of Hope.
Zu deutsch: Hoffnung wagen.
NOCH 8 MAL SCHLAFEN…
…und leider nur noch 5 Prozentpunkte vorne. Durchhalten!
AUFROLLEN, KÖPFE ROLLEN, WIEDER INS ROLLEN BRINGEN
Die bürgerlichen Parteien der Schweiz wurden jahrelang von den Grossbanken UBS und CS mit Millionenbeträgen geschmiert.
Die Parteien SVP, FDP und CVP haben deshalb jahrelang eine Wirtschaftspolitik vertreten die direkt von den Grossbanken bestimmt wurde.
Diese von Grossbanken gesteuerte Wirtschaftspolitik hat versagt. Die Folgen für uns alle sind katastrophal. 68 Milliarden kostet uns Steuerzahler die Rettung der UBS. Unser Land ist auf dem Weg in eine Rezession. Trotz allem will die UBS weiterhin Millionen-Boni auszahlen und entfacht einen nie da gewesen Volkszorn.
Das Vertrauen in die bürgerlichen Parteien der Schweiz schwindet dahin. Wem können wir noch trauen?
Wer ist nicht gekauft?
Was tun?
Mein Vorschlag:
Alles aufrollen, dann Köpfe rollen lassen, danach alles wieder ins Rollen bringen.
Aufrollen
Wie ist das Hilfspaket für die UBS zustande gekommen? Inwiefern haben Schmiergelder die Entscheidungen der Bundesräte beeinflusst?
Welche politischen Entscheidungen in der Vergangenheit wurden durch das Schmiergeld der Grossbanken beeinflusst? Welche Bundesräte wurden auf Druck der Grossbanken gewählt? (Bsp. Merz) Wie viel Geld genau ist wann, wohin geflossen? Zu welchen Bedingungen? Wer wusste davon?
Köpfe rollen
Um das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in den Staat zurück zu gewinnen, braucht es einen echten Neubeginn. Pelli, Brunner und Darbellay: tretet zurück! Ihr habt euch jahrelang schmieren lassen und unsere Volkswirtschaft an die Wand gefahren. Die Schmiergelder zahlt ihr selbstverständlich zurück!
Weitere Rücktritts-Vorschläge sind willkommen.
Wieder ins Rollen bringen
Uff, geschafft! – werden wir sagen, wenn wir dereinst das Bundeshaus von geheimen Schmiergeldern und korrupten Politikern befreit haben werden. Parteispenden werden transparent, die Spielregeln für die Grossbanken strenger sein. Die Schweiz wird 160 Jahre nach ihrer Gründung endlich eine richtige Demokratie sein!
Aus gutem Grund trennen alle demokratischen Länder die Kirche vom Staat. Genauso verhält es sich mit der Wirtschaft und dem Staat. Der Staat bestimmt die Spielregeln. Zuviel Einfluss der Kirche und der Wirtschaft auf den Staat führt immer zu Problemen. Um zu wissen was gut ist für die Wirtschaft brauchen Politiker keine Schmiergelder. Sie müssen dazu auch nicht in unzähligen Verwaltungsräten sitzen. Ab und zu ein Mittagessen mit Lobbyisten muss reichen.
IHR LIEBEN 68ER, DANKE FÜR ALLES
“Ihr lieben 68er, danke für alles, Ihr dürft jetzt gehen.” Liedzeile, Peter Licht
Euch 68ern, euch Babyboomern, euch allen, die ihr jetzt in Rente geht, politische Ämter abtretet, die Verantwortung abgebt, soll an dieser Stelle einmal gedankt werden. Damit meine ich nicht nur die Aktivisten von 1968, das sind ja nur ganz wenige, die meisten von euch waren ja nur Mitläufer, damit meine ich vor allem auch jene die damals zur Gegenbewegung gehörten. Halt einfach ihr alle, die ihr zwischen 1940 und 1950 geboren wurdet. Was haben wir euch alles zu (ver)danken? Es ist so vieles, ich weiss gar nicht wo ich beginnen soll.
In den letzten Jahren habt ihr noch ein mal so richtig Party gemacht. An der Wall Street, am Immobilien- und Rohstoffmarkt gings ganz lustig zu und her. Dabei habt ihr die Weltwirtschaft mit dreifach überhöhtem Tempo an die Wand gefahren. Autsch! Einige von euch gehen jetzt mit einer kleinen Katerstimmung in den Ruhestand. So schlimm ist das aber nicht, die meisten von euch haben ja ein ansehnliches Vermögen im Trockenen. Ausserdem werden wir Jungen dafür sorgen, dass die AHV und die von der Finanzkrise gebeutelten Pensionskassen saniert werden. Macht euch keine Sorgen.
Es war richtig, dass ihr in den letzten Jahrzehnten die Märkte weltweit immer mehr liberalisiert habt. Danke auch dafür. Erst so wurden riesige Konzerne wie Novartis, Glencore und UBS überhaupt möglich. Und was dieselben alles tun um unsere Welt zu verbessern kann ja gar nicht genug unterstrichen werden. Mit vereinten Kräften nehmen sie den dankbaren Drittweltstaaten das Geld, die Rohstoffe und die billigen Arbeitskräfte ab. Diese armen Staaten wüssten ja sonst gar nicht wohin damit. Noch einmal richtig angefeuert durch die aktuelle Finanzkrise, habt ihrs jetzt weltweit auf über eine Milliarde Hungerleidende gebracht. Stolze Leistung. Natürlich besteht die Gefahr, dass in den nächsten Jahren diese zornigen Hungerleidenden in Scharen die westliche Zivilisation einrennen werden. Aber auch daran habt ihr gedacht: Ihr habt uns für mehr als 30 Milliarden Franken ein paar F/A-18 Flieger gekauft. Leider sind die jetzt etwas in die Jahre gekommen. Bevor ihr ganz abtretet, kauft ihr uns deshalb noch ein paar neue Flieger. Ihr lieben 68er, dank euch fühlen wir uns sicher.
Ihr habt richtig gehandelt, als ihr nach der ersten Ölkrise 1973 nicht in Panik ausgebrochen seid und zu viel Geld in die Entwicklung von Elektromotoren und Sonnenkollektoren investiert habt. Erst einmal das Öl ganz aufbrauchen, habt ihr euch gesagt, wir machen keine halben Sachen. Wir danken euch für diese konsequente Haltung. Wir bedanken uns auch dafür, dass ihr im Osten mal so richtig aufgeräumt habt. Da hat George W. Bush die 5000 toten US-Soldaten und die 100′000 toten Irakis sicher richtig investiert. Ein ganzes Land, eine ganze Region und ganze Kulturen, die jetzt für Generationen einen tödlichen Hass auf die westlichen Länder haben, sind für unsere Zukunft hier sicher hilfreich. Danke auch, dass ihr das neue Rüstungspaket von Samuel Schmid jetzt dann doch noch genehmigen werdet. Ihr wisst ja warum wir die Waffen brauchen werden.
Liebe Schweizer 68er, zum Glück habt ihr den EU-Beitritt verhindert. Es ist doch einfach schön in einem isolierten Land zu leben, welches mittlerweile von allen Nachbarn gehasst wird. Danke, dass ihr euch immer wieder fürs Bankgeheimnis eingesetzt habt. Wir werden diesen Kampf fortsetzen und garantieren, dass auch weiterhin das Geld aller Gangster der Welt bei uns sicher ist. Steuerhinterziehung und Steuerbetrug sind ja nun wirklich keine schweren Delikte. Da geben wir dem Schwarzgeld von vermögenden Deutschen gerne Asyl.
Schliesslich müssen wir euch auch für die Klimaerwärmung dankbar sein. Dank der Erwärmung brauchen wir im Winter jetzt weniger Heizöl. Das ist gut, weil es ja bald kein Heizöl mehr gibt. Ihr denkt wirklich an alles. Um alles habt ihr euch gekümmert. In der Schweiz habt ihr jeden Quadratmeter verbaut. Das ist gut.
So haben wir für alle genug Wohnraum. Wenn wir ins Grüne fahren wollen, reisen wir einfach nach Polen.
Es gäbe noch so vieles wofür ich euch danken möchte. In einem nächsten Beitrag werde ich versuchen einige von euch beim Namen zu nennen und eure individuellen Verdienste gezielter zu würdigen.

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