NEW GLARUS
Bye bye Madison, Wisconsin.

Wir fahren Richtung Süden.

Vorbei an zahlreichen Farmen.



Nach New Glarus, America’s “Little Switzerland”.

Während die Schweizer Herkunft in New Bern, NC vergleichsweise subtil angedeutet wird, treibt man hier den “Swissness” Kult bis zum Exzess.




In der Glarner Stube haben wir in “charming old world atmosphere” eine Rösti gegessen und dazu erneut das hervorragende New Glarus Bier getrunken. (Mehr zum Bier gibts morgen!)
Zum Dessert gab es dann noch was vom Bäcker.

Unser Heimweh ist etwas gelindert. Wir halten es noch mal zwei Monate aus.
AIR CONDITIONER
Ein solches Gerät hat es in Amerika in jedem Hotel Zimmer.

Es ist immer unter dem Fenster angebracht und bläst wahlweise kalte oder warme Luft ins Zimmer. Hier in Madison hatten wir es mit einem der älteren Modelle zu tun.

Hier unsere Erfahrungen mit dem Gerät während der letzten 48 Stunden:
Nach dem ersten Einschalten bläst das Gerät zwar warme aber leider stinkende Luft ins Zimmer. Wir brauchen Stunden bis wir uns an den Gestank gewöhnen.
Der Raum wird innert kürzester Zeit sehr warm. Zu warm. Viel zu warm! Wir schalten das Gerät ab. Innert Minuten ist es im schlecht isolierten Zimmer wieder schweinekalt. Gerät wieder anstellen. Es wird wärmer. Noch wärmer. Viel zu warm! Gerät ausschalten. Es wird kalt. Wieder anstellen. Das geht noch. In der Nacht ist es schlimmer: Wir versuchen zu schlafen. Brrrruuummmm. Das Gerät ist ungefähr so laut wie ein Rasenmäher! Nach einer halben Stunde erwachen wir, weil es im Zimmer extrem heiss ist. Ausschalten. Schlafen. Frösteln. Erwachen. Fluchen. Usw.
MADISON, WISCONSIN

Das ist Chicago. Wir waren gestern 20 Minuten dort und können euch sagen, diese Stadt ist very exciting! Nach dem kurzen Besuch im Welcome Center in Downtown Chicago war leider definitiv klar, dass in der ganzen Stadt kein Zimmer mehr unter 500$ zu haben ist. Wir haben schon am Tag vorher intensiv im Internet nach einem preiswerten Zimmer gesucht und waren erstaunt, dass wir keines finden konnten. In Chicago sagte man uns dann, dass im Moment irgend so eine Convention stattfindet. 20 Minuten parkieren in der Innenstadt von Chicago kostete übrigens 8$. Wir sind gerannt wie die Wilden. Ab 21 Minuten wären es 15$ gewesen!
Jetzt haben wir ab nächsten Samstag ein preiswertes Zimmer in Chicago buchen können und besuchen halt solange noch etwas den Staat Wisconsin.
Heute Nachmittag haben wir die gemütliche und kleine Universitätsstadt Madison (220′000 Einwohner) entdeckt. Hier das Kapitol im Zentrum:

Die Stadt gefällt uns auf den ersten Blick sehr gut! Wenn nur die klirrende Kälte nicht wäre. Bei minus sieben Grad Celsius sind wir mit Windjacke und ohne Mütze durch die Strassen gerannt. Vor ein paar Tagen haben wir noch im Meer gebadet…

An einem Ort sind wir ca. dreissig homeless people begegnet, die sich mit dünnen Decken vor der Kälte schützten. Think big and kick ass haben wir gesagt und sind weitergerannt, rein ins nächst-beste Restaurant. Zu unserer Freude wars nicht nur das nächste, sondern auch das beste Restaurant seit Wochen! Nepalesisches und Tibetanisches Essen. Welche Abwechslung! Dazu wie gewohnt sehr gutes Bier. Diesmal mit lustigem Namen:

Das Klischee vom langweiligen amerikanischen Bier stimmt vielleicht für Miller Lite. Daneben gibt es aber immer unzählige Super-Biere aus lokalen Brauereien. Ich habe nie wirklich gerne Bier getrunken. Seit wir in Amerika sind, liebe ich es! Aber jetzt mal ehrlich: Mag jemand von euch das in Farbe und Geschmack an Urin erinnernde Schweizer Cardinal und Feldschlösschen Gebräu?
Mehr über New Glarus gibts morgen.
GOD MUST BE BUSY

(New Orleans)
Mit diesem T-Shirt sollte man sich nicht überall in den USA zeigen.

(Mississippi)
Auf unserem Weg nach Chicago haben wir gestern Illinois erreicht und verlassen damit langsam den Bible Belt (Bibelgürtel) der USA.

Quelle: Wikipedia
In der roten Zone ist evangelikaler Protestantismus ein integraler Bestandteil der Kultur. Das heisst: Hier wird in allen möglichen Kirchen gebetet was das Zeug hält.
Wir sind jetzt also ausser Reichweite der Jagdflinten gläubiger Südstaatler und können etwas mutiger werden: Wir bekennen uns hier und jetzt zum Atheismus. (Mutig, nicht?) Trotz der vielen Kirchen und gläubigen Menschen in den Südstaaten haben wir Gottes Präsenz dort nicht fühlen können. (In Graceland haben wir dafür die Seele von Elvis gesehen.) Im Gegenteil: Wir haben nirgends so viele bewaffnete Menschen und Zeichen von Gewalt gesehen wie in den Südstaaten. Nirgendwo erntet der religiöse George Bush mit seiner stupiden Politik und seinem (heiligen) Krieg so viel Zuspruch wie im Bible Belt. Das kann doch Gott nicht gefallen? Einigen gläubigen Südstaaten Bewohnern muss dieser Widerspruch auch aufgefallen sein. Die Country Musiker Brooks & Dunn haben jedenfalls ein Lied darüber geschrieben und verzeihen Gott darin seine Abwesenheit. Das Lied heisst: God Must Be Busy.
Baptisten, Methodisten, Terroristen, Lutheraner, Anglikaner und wie ihr alle heisst, wir denken das ist der…

(Fredericksburg)
Wer sich seiner Religion auch entledigen möchte und nicht so recht weiss wie, dem sei dieses Buch empfohlen. Oder das Buch von Richard Dawkins.
Und dieser Film ist auf jeden Fall sehenswert:
INTERNATIONAL HARVESTER
Heute haben wir auf der Fahrt von Evansville, Indiana nach Mt. Vernon, Illinois den Song “international Harvester” gehört. Platz Nummer 23 der aktuellen Country Hitparade. Ein wie gewohnt schlechter Country Song. Durch den Text haben wir aber etwas über das ländliche Amerika gelernt.
Hier der Song
Hier der Refrain:
Cause I’m a son of a 3rd generation farmer
I’ve been married 10 years to a farmer’s daughter
I got 2 boys in the county 4-H
I’m a lifetime sponsor of the F.F.A.
Hay! That’s what I make
I make a lotta hay for a little pay
But I’m proud to say
I’m a God fearin’ hard workin’ combine driver
Hoggin’ up the road on my a p-p-p-plower
Chug a lug a lugin’ 5 miles an hour
On my International Harvester
Und hier was wir gelernt haben:
-Der “International Harvester” ist ein Mähdrescher der gleichnamigen Firma.
-4-H ist eine Jugendorganisation mit 9 Millionen Mitgliedern, welche vor allem aus landwirtschaftlichem Umfeld stammen.
-F.F.A. ist eine Organisation, welche die Ausbildung zukünftiger Bauern unterstützt.
-”Chug a lug a lugin’ 5 miles an hour” bedeutet “Tuckern ein Stollen ein lugin ‘5 Meilen pro Stunde”. Das sagt jedenfalls das Übersetzungstool von google.
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